Ja, wer treibt nicht gerne die journalistische Sau mal ab und zu durchs Dorf, wenn Sie so richtig aus der Schlammsuhle kommt und jede Menge Dreck für die anstehenden parat hat. An der eigenen PR-Tür soll das Tierchen natürlich nicht vorbeilaufen. Wie man sich von PR-Kollege zu PR-Kollege die Nachrichtenschweinchen zutreibt und dabei die Aktienkurse manipuliert, erklärte James Cramer jüngst in einem Videocast. Sein Tipp: “(…) you would call the (Wall Street) Journal and talk the bozo reporter on Research (…)” und dann erzählst Du ihm den letzten Schmonzes. Cramer: “What’s important when you are in that hedge fund mode is to not doing anything that is remotely truthful, because the truth is so against your view–it is important to create a new truth to develop a fiction.”
Zum Beispiel, dass der ein oder andere Großkunde, die Neuentwicklung von X oder Y nicht mag, das Entwickler Schwierigkeiten haben, das die Kosten für Einführung oder irgendwas anderes um 300 Prozent über der Kalkulation liegen. Fängt der investigative Journalistenkollege dann Feuer, kann die Pressestelle des Unternehmens nichts mehr tun, denn das Beste Dementi hilft nicht gegen eine gute aber streng geheime Quelle.
Das ganze könnte man natürlich auch über Bande und mit IT-Sicherheit spielen. Ich rufe einen Sicherheitsexperten an, und vertraue ihm an, dass ich gehört habe, Firma XY hat ein Sicherheitsproblem hier oder dort, wenn man sich Mühe gibt, hat man auch bereits einen Exploit bereit. Dann arrangiert man ein Hintergrundgespräch mit Journalist XY, der von dem Thema nach Möglichkeit wenig Ahnung hat, und schon wandert die Sicherheitslücke ins Blatt, wunderbar und ganz unabhängig davon, wie gewichtig die Lücke ist und ob die Wettbewerber auch ähnliche Probleme haben. Und da hilft dann vielleicht auch kein Heise-Ticker mehr, denn an der Börse liest das doch wahrscheinlich niemand.
Wer jetzt glaubt, das kann doch in Deutschland nicht passieren, dem muss ich leider sagen, dass bei uns schon Journalisten ein Fachgespräch führen wollten, bei denen man Ihnen das Internet erstmal erklären musste. Also Vorsicht Kollegen vor netten Anrufern aus Frankfurt.