Kragen geplatzt

November 6, 2009

Ein überfälliger Flame an alle:

»Einzelne Todesfälle werden in der Presse geradezu zelebriert. Graphiken mit steil aufragenden Kurven signalisieren höchste Gefahr und zeigen, dass wir am Rande des Abgrunds stehen.Für Sammler von Beispielen, wie man Zahlen nicht interpretieren sollte, herrschen goldene Zeiten. Alles, wovor man Erstsemester warnt, wird geboten.

(…)

Fehlendes Wissen bedeutet Unsicherheit. Das scheint als Einladung verstanden zu werden, mit auf Glauben beruhenden Aussagen für Sicherheit zu sorgen. Zahlen und objektive Risikoabschätzungen sucht man oft vergeblich. Das könnte akzeptiert werden, wenn der Glauben als solcher deklariert und nicht als Wissensmogelpackung präsentiert würde.

(…)

Wie ein roter Faden zieht sich die Abneigung gegenüber Zahlen durch Berichte. Ein Grund mag die schlechte Datenlage sein, aber auch vorhandene werden ignoriert. Die gegenwärtig besten stammen von der Südhalbkugel. Erfahrungen und Zahlen des dort fast beendeten Winters geben keinen Anlass für Katastrophenszenarien.

(…)

Das diffuse Bild ist natürliche Folge der objektiven Unsicherheit. Verwerflich ist, dass diese Unsicherheit nicht als solche deklariert wird, sondern durch Ignoranz ein Bild von Sicherheit erzeugt wird, das mit der Realität nichts zu tun hat. Die gesellschaftliche Unfähigkeit, mit Risiken rational umzugehen, ist erschreckend.«

(sueddeutsche.de: Kranke Zahlenspiele)


Höchstrichterliche Risikobewertung

November 4, 2009

Nicht immer sind es Politiker und Staatsorgane, denen unsere Verfassungrichter zu vernünftigen Einschätzungen verhelfen muss. Was dem Innenminister recht ist, ist den Bürgern billig, und so haben Nachtfluggegner in Leipzig ihr Problem ein wenig aufgebauscht. Man sei von Terrorismus und Krieg bedroht, weil der Flughafen auch militärisch genutzt werden dürfe. Diesem Argument wollte das Bundesverfassungsgericht nicht folgen:

»Für die Karlsruher Verfassungsrichter war die behauptete Gefahr terroristischer Anschläge infolge der militärischen Nutzung des Transportflughafens jedoch so gering, dass dieser Umstand „nicht in die Interessensabwägung einbezogen werden“ müsse. Die Behauptung der Kläger, auf dem Flughafen Leipzig/Halle könne es zu regulären kriegerischen Auseinandersetzungen mit zivilen Kollateralschäden kommen, nannten die Bundesverfassungsrichter „völlig aus der Luft gegriffen“.«

(FAZ.NET: Flughafen Leipzig/Halle: Niederlage für Nachtfluggegner)


In einem Wort

November 2, 2009

Rotationseuropäer (a.k.a. mobile ethnische Minderheiten)


Groteskes Bedrohungsmodell

October 30, 2009

Nerdcore gräbt ja immer wieder großartige Sachen aus. Diesmal: The Horribly Slow Murderer with the Extremely Inefficient Weapon, ein grotesker Kurzfilm basierend auf einem grotesken Bedrohungsmodell.


The Man Who Stare at Goats

October 25, 2009

Jon Ronson has found a way of writing a commedy about torture and warfare. Best thing about it – many of the ideas behind it like many of the non-lethal weapons are real. Funny, isn’t it? Here some of the ideas.

Subliminal Sound Weapon

LED-Flashlight

Dangerous Microwaves

Grotesque Weaponry

The Hippies behind it


Irgendwas tun

October 9, 2009

Das lesen wir selten so deutlich:

»Kameras helfen gegen Leute, die unerkannt bleiben wollen, etwa Diebe. Amokläufe sind aber keine geheimen Taten, sondern bewusst öffentlich. Metalldetektoren nützen wenig, wie auch Wachmänner. An der Schule von Jeffrey Weise gab es Metalldetektoren und Wachmänner. Jeffrey erschoss einen von ihnen, auch der Metalldetektor hielt ihn nicht auf.«

(Spiegel Online: Schüler als Mörder: Was Amokläufer antreibt)

Sicherheitsmaßnahmen haben spezifische Wirkungen unter spezifischen Bedingungen. Sind die zugrundeliegenden Annahmen verletzt, werden die Maßnahmen wirkungslos. Manche Annahmen kann ein Täter verletzen, ohne sein Ziel zu ändern. Andere gelten für einen Teil der möglichen Taten, der Sicherheitsmechanismus wählt dann gewissermaßen aus, welche Täter noch zum Zuge kommen.


Madrid im Hinterkopf

September 21, 2009

Eben sollten wir noch Angst haben angesichts der Videodrohung eines bartlosen Islamisten. Gleich darauf dürfen wir uns aber wieder sicher fühlen. Auf dem Frankfurter Flughafen und dem Hauptbahnhof blicken wir in die Mündungen von Maschinenpistolen, und es sind die Maschinenpistolen unserer Freunde und Helfer:

»Seit Freitag müssen sich Reisende in der Main-Metropole an ein neues Bild gewöhnen: Bundespolizisten mit schweren Schutzwesten und Maschinenpoistolen schreiten in den Hallen des Frankfurter Flughafens und an den Gleisen des Frankfurter Hauptbahnhofs umher. “Es geht um die Präsenz, wir wollen den Reisenden Sicherheit geben”, rechtfertigt eine Sprecherin des Bundespolizeipräsidiums die verschärften Sicherheitsmaßnahmen.«

(HR: Nach Terror-Drohung: Bewaffnete Polizisten patrouillieren)

Gegen eine angemessene Bewaffnung der Polizei ist nichts einzuwenden, sie ist manchmal leider nötig. Dennoch ist von dieser plakativen Maßnahme kaum ein Sicherheitsgewinn zu erwarten. Man habe »Madrid im Hinterkopf,« heißt es wenig später im Text, aber das ist doppelt falsch: erstens hat man es nicht oder nur sehr vage, und zweitens würde das auch nichts nützen.

Wir erinnern uns. In Madrid fuhren die Bomben in Nahverkehrszügen in den Bahnhof. Wer das im Hinterkopf hätte, verspräche sich von Maschinenpistolen auf den Bahnsteigen des Hauptbahnhofes wohl wenig. Ein Terrorist könnte sie getrost ignorieren und an irgendeinem Vorortbahnhof mit seiner Bombe in die S-Bahn steigen. Und selbst wenn er das nicht könnte, warum sollte ein Terrorist auf Züge, Bahnhöfe oder Flughäfen fixiert sein? Wer viele Menschen auf einen Schlag treffen möchte, kann auch Samstags auf die Zeil gehen. Oder zur IAA aufs Messegelände. Oder in die Oper. Oder zur Konsumtempeleröffnung nach Weiterstadt. Oder, oder oder.

Weder gibt es eine besonders große Bedrohung; selbst wenn sich tatsächlich gerade entschlossene Terroristen auf ihren großen Tag vorbereiten, bleibt das individuelle Risiko gering. Noch tragen die Polizisten mit Maschinenpistolen nennenswert zur Risikoreduktion bei. Sie helfen nur den Verantwortlichen, ihre Verantwortung zu tragen.


Angstmanipulation

September 11, 2009

(Direktlink, gefunden bei Mela)


»Minister Tatenlos«

August 21, 2009

Schäublone-Erfinder Dirk Adler im Interview (via Isotopp) über die mutmaßlichen Motive des Innenministers:

»Ich glaube, er fürchtet sich davor nach einem Terroranschlag hier in Deutschland als Minister Tatenlos da zu stehen. Seine Verantwortung für die Sicherheit treibt ihn an alle möglichen Hebel in Bewegung zu setzen, ob sie nun die richtigen sind oder nicht.«

Ich nenne das mal vorläufig Visible Precaution Bias und meine damit die bereits früher beschriebene Tendenz verantwortlicher Amtsträger, sichtbar Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, auch wenn diese Maßnahmen objektiv keinen Sinn haben.

Kennt jemand Ansätze im Risikomanagement, die solche Effekte berücksichtigen und systematisch korrigieren?


Risikoperspektive

August 11, 2009

Über die Tipps des Auswärtigen Amtes zur Redution des persönlichen Terrorrisikos wollte ich mich auch noch lustig machen. Muss ich aber nicht, denn Burkhard Müller-Ullrich hat über diese CYA-Aktion bereits alles gesagt:

»Nochmal zum Mitschreiben: Das Außenministerium rät Mallorca-Urlaubern, Menschenansammlungen zu meiden. Man fragt sich, ob der Verfasser dieses Ratschlags schon mal auf Mallorca war und was er sonst noch von der Welt weiß.«

(Die Achse des Guten: Menschenmassen meiden!)

Tatsächlich geht es wohl gar nicht gar nicht darum, brauchbare Sicherheitshinweise zu geben. Das wäre weder nötig noch praktikabel, denn das persönliche Risiko ist auch nach den Knallfröschen vom Wochenende gering und jede weitere Reduktion mit übergroßen Kosten verbunden. Aber ein zuständiges Amt traut sich nur selten, einfach mit den Schultern zu zucken und unvermeidliche Risiken auf sich beruhen zu lassen. Irgendetwas muss man vorher tun, damit einem später keiner vorwerfen kann, man habe nichts getan. Risikointuition nennen wir das, und sie ergibt sich stets aus der persönlichen Perspektive des Handelnden. Wobei der Begriff Intuition vielleicht falsch ist, denn der Kern des Problems ist nicht die intuitive Bewertung des Risikos, sondern dessen Betrachtung aus der individuellen Perspektive.


Can We Say »Don’t Worry«?

June 9, 2009

[See only posts in English]

Freeman Dyson, being interviewed about his climate catastrophe skepticism, claims that some professions have trouble shrugging off issues as unimportant. He thinks there be a natural tendency to magnify threats:

»Really, just psychologically, it would be very difficult for them to come out and say, “Don’t worry, there isn’t a problem.” It’s sort of natural, since their whole life depends on it being a problem. I don’t say that they’re dishonest. But I think it’s just a normal human reaction. It’s true of the military also. They always magnify the threat. Not because they are dishonest; they really believe that there is a threat and it is their job to take care of it.«

(Freeman Dyson Takes On The Climate Establishment)

Obviously, computer security is another candidate. Paranoia is the norm in our subculture, we love to carry a better safe than sorry attitude. To an extent this attitude is justified by experience; there are many case studies of security not being taken seriously, leading to epic fail. Yet, more security technology is not always better. Do we have tools to reasonably say: »Don’t worry,« and justify our recommendation based on facts?


4 Prozent

June 4, 2009

Glücksbürokraten finden es besorgniserregend, dass Kinder und Jugendliche in sozialen Netzen die informationelle Selbstbestimmung üben und Muttis Mahnungen dabei gerne ignorieren. Sorglos seien die Selbstbestimmer, man müsse ihnen mehr Angst machensie stärker sensibilisieren. Eine Begründung aber bleiben sie uns schuldig. Die handfesten Probleme durch selbstbestimmt veröffentlichte Daten im Netz halten sich anscheinend sehr in Grenzen:

»Schlechte Erfahrungen mit der Veröffentlichung ihrer Daten hätten die Befragten kaum gemacht, weiß Medienpädagogin Maren Würfel, nur 4 Prozent haben sich laut Umfrage darüber beschwert.«

(Heise Online:
“Besondere Herausforderung” soziale Netzwerke
)

Könnten wir uns dann vielleicht wieder echten Problemen zuwenden?

PS: Isotopp hat einen Artikel über unterschiedliche Schutzziele von Eltern und Kindern ausgegraben.


Heilig’s Maßnähmle

May 23, 2009

Großes Palaver unter IT-Verantwortlichen. Es geht um die unternehmensweit auf allen Arbeitsplätzen eingesetzte Antivirus-Software. Beim Zugriff auf eine bestimmte interne Web-Anwendung verursacht sie Performance-Probleme. Jemand hat vorgeschlagen, gezielt für diese Situation und nur dafür eine Teilfunktion des Virenscanners zu deaktivieren.

Im Grunde genommen ist man sich einig und hält den Vorschlag für ein Sakrileg. Sicherheitsmechanismen zu deaktivieren komme überhaupt nicht in Frage. Rationale Erwägungen über das Risiko sowie über Sinn, Zweck und Wirkung der Maßnahme spielen keine Rolle. Statt dessen versucht man einander zu übertreffen im Ringen um die schönste Begründung. Der Tenor: wenn man bei der Sicherheit einmal einen Kompromiss mache, gehe sicher bald das Abendland unter.

In diesem Fall war es nicht allzu schwer, den Weg zurück zu einer sachlichen Betrachtung zu weisen. Wovor ein Antivirus-Programm schützt beziehungsweise eben nicht schützt, ist schnell erklärt, und was danach an Szenarien übrig bleibt, gehört in die Kategorie Movie Plot.

Ich hätte aber schon gerne ein Werkzeug, eine Methode, um den Verzicht auf eine Sicherheitsmaßnahme nicht nur im Einzelfall gut zu begründen. So etwas brauchen wir dringend, denn Verantwortliche entscheiden selten unvoreingenommen. Für sie ist eine Maßnahme stets besser als keine Maßnahme. Kommt es wider Erwarten zu einem Vorfall, dann wird er in der befürchteten Interpretation trotz der ergriffenen Maßnahmen geschehen, aber wegen der nicht ergriffenen.

Wie also begründet man sauber, dass man eine verfügbare Sicherheitsmaßnahme nicht ergreift, ohne sich auf phantasievolle Kosten- und Risikoschätzungen zu stützen?


Unterschätzte Risiken: Wissenschaft, Zufall und CYA

May 16, 2009

Die NZZ von gestern (2009-05-15) erklärt uns die Mechanismen, die vom Gedankenspiel eines Wissenschaftlers zur landesweiten Panik mit einigen Hundert Todesopfern führen können. Als Beispiel dient die Schweinegrippe – nicht jene aktuelle, die gerade in den Randspalten versickert, sondern die von 1976. Damals kam es in den USA zu einer großen Impfkampagne. Sie war wahrscheinlich unnötig, hatte aber vereinzelt Nebenwirkungen , die sich zu einigen Hundert Toten summierten.

Neben einigen Zufällen lagen die Ursachen im CYA-Bias von Behörden und Politik, der auf wilde Spekulationen eines Wissenschaftlers traf. Wobei sich die Spekulation im Rahmen des Zulässigen bewegte. Zeitreihenanalyse nennt man es, wenn man nach Mustern in einem Zeitverlauf sucht und diese in die Zukunft projiziert. Das kann interessant sein, aber zu mehr als zur Hypothesenbildung taugt es kaum. Schlecht, wenn es alle für bare Münze nehmen, nur weil es in der Zeitung steht und den Stempel Wissenschaft trägt.

Das Fazit des Artikels:

»Angesichts der unheilvollen Dialektik von voreiliger Aufregung und nachträglicher Beschwichtigung scheint eine zentrale Aufgabe der Zukunft darin zu bestehen, nicht nur exzellente Universitäten zu schaffen, sondern auch besonnene Wissenschaften zu ermöglichen, die zur Absicherung ihrer Erkenntnisansprüche keiner Mobilisierung von Ängsten bedürfen.«

(NZZ: Unbezwungene Ungeheuer, Die Schweinegrippe und die Konjunkturen des Schrecklichen)


Risiken sind Konjunktive

May 5, 2009

Michael Miersch stellt die richtigen Fragen:

»Und genau dieser Passus fehlt fast immer in der öffentlichen Kommunikation. Was ist eigentlich so furchtbar an dem Satz “Wir wissen es nicht?”? Warum können Schreckensszenarien nicht im Konjunktiv stehen, sondern werden wie gesicherte Berechnungen behandelt? Die Möglichkeitsform ist der Paria der Mediengesellschaft. Sie wird weggesperrt, weil sie die Botschaft verderben könnte.«

(WELT am SONNTAG: Und dann fiebert auch die Sprache)

Risiken sind stets Konjunktive: mögliche zukünftige Ereignisse, deren Eintreten wir uns ausmalen, aber nicht zuverlässig vorhersagen können. Wo wir über Risiken sprechen, gibt es immer etwas, das wir nicht wissen.

Das Eingeständnis, nicht alles zu wissen, wendet sich in der hiesigen Debattenkultur allerdings schnell gegen denjenigen, der es äußert. Aus Risiken werden dann unschätzbare oder nicht auszuschließende Risiken, woraus sich allerlei Strohmannargumente entwickeln lassen. Hinzu kommt ein tiefsitzendes Vorurteil: dass etwas zu tun stets besser sei als nichts zu tun. Wer anfinge, sich seines Nichtwissens bewusst zu werden, der käme am Ende vielleicht zu dem Schluss, dass es manchmal besser wäre, im Angesicht des Risikos einfach überhaupt nichts zu tun, die Hände in den Schoß zu legen und abzuwarten.


Unterschätzte Risiken: Twitter

April 26, 2009

Während der Medienmainstream anlässlich einiger Schweinegrippefälle am anderen Ende der Welt die Katastrophenticker warmlaufen lässt, setzen sich einige Außenseiter mit den Mechanismen dahinter auseinander. Ben Schwan für die taz zum Beispiel:

»Surft man auf Twitter ein wenig zu lange herum, bekommt man unweigerlich das Verlangen, zur nächsten Apotheke zu rennen und sich das Grippemittel Tamiflu samt Atemschutzmaske zu besorgen.«

(taz.de: Kommentar Schweinegrippe: Pandemische Beschleunigung)

Ein aufmerksamer Selbstbeobachter ist Marcus Anhäuser vom Plazeboalarm, der auch ein paar informative Links zum Thema zusammengetragen hat:

»UND STOPP: DA GERÄT MAN JA GANZ SCHNELL IN DIESEN MELDERAUSCH, UND ICH STELLE FEST: Das bringt ja gar nichts. Die Googlefälle kann ich auf die Schnelle nicht validieren. Also Stopp hier. Keine Updates mehr.«

(Schweinegrippe: Auf dem Laufenden bleiben)

Als Medienkonsument darf ich hinzufügen: falls wir diesmal wirklich alle sterben, sind Katastrophenticker das letzte, womit ich meine Restzeit verplempern möchte.

PS: Isotopp hat das Spiel zur Panik ausgegraben.


Bedrohungsgefühl

April 22, 2009

Direkt neben einem Artikel über den Prozess gegen die verhinderten Sauerland-Bomber fühlen sich auf welt.de zwei Drittel der Umfrageteilnehmer trotzdem nicht von Terroristen bedroht:

Umfrage auf welt.de zur gefühlten Bedrohung durch Terroristen

Wenn das alles nur eine Propagandainszenierung wäre, wie einige Verschwörungstheoretiker glauben, dann wäre es keine besonders erfolgreiche.


Die dunkle Seite des Ministeriums

April 8, 2009
Widerstand ist zwecklos

Widerstand ist zwecklos

Das Bundesinnenministerium hat die eigene Internetseite modernisiert und setzt dabei voll auf Sicherheit. Bei der Bildauswahl zum Thema hat  sich die zuständige Agentur jedoch vergriffen. Ein schwarzer Hubschrauber schafft bei niemandem ein Gefühl der Sicherheit und des Vertrauens, sondern wirkt eher einschüchternd und verunsichernd. Könnte natürlich Absicht sein!


Scares are changing

March 29, 2009


Unterschätzte Risiken: Killerkurznachrichten

March 26, 2009

Angst vor Händistrahlung war gestern. Heute fürchten wir uns vor der Killerkurznachricht:

»Laut den Mobilfunknutzern würden von Unbekannten massenhaft SMS-Meldungen versendet, die angeblich starke Kopfschmerzen auslösten, denen eine Hirnblutung und der Tod folgten. In Ägypten und Saudi-Arabien seien bereits mehrere Menschen mit derartigen Symptomen in Krankenhäuser eingeliefert worden, heißt es.«

(RIA Novosti: Ägyptische Behörden dementieren Gerüchte über lebensgefährliche SMS-Meldungen)

Verschwörungstheoretiker werden am Dementi der ägyptischen Behörden Gefallen finden, denn wer etwas dementiert, der hat ja sicher einen Grund dazu, und den denkt sich der Verschwörungstheoretiker aus.


Paranoide Weltbilder

March 7, 2009

Wenn irgendwo ein Koffer steht, bringen wir ihn nicht zum Fundbüro, sondern rufen die Polizei. Wer dem Klimakonsens oder unserer Vorstellung von Klimapolitik widerspricht, ist er sicher von Exxon gekauft. Wenn einer mal sein Geschlechtsteil zeigt, sperren wir ihn vielleicht für Jahrzehnte weg. Diesmal geht die Welt aber wirklich unter. Sogar die Sonne ist hinter uns her. Kinder gehören in den Reihenhausgarten, alles andere ist zu gefährlich. Wenn ein Abgeordneter mit Kinderpornos erwischt wird, handelt es sich wahrscheinlich um ein Komplott (Update: die Wahrheit). Äußern sich Ärzte zum Impfen, steckt garantiert eine fiese Anthroposophenverschwörung dahinter.

Sind wir noch ganz dicht?


In guter Gesellschaft

February 22, 2009

Vor einem knappen Jahr wunderte ich mich über fälschungssichere Stifte, die man mir unaufgefordert zugesandt hatte und die seitdem auf meinem Schreibtisch verstauben. Über so etwas wundert sich Bruce Schneier auch. Eine bessere Gesellschaft kann ich mir kaum wünschen.


Zu schützende Objekte: Admins, Pentester, Sicherheitsleute

February 19, 2009

Interessanter Gedanke:

»Think about this … If you are good at your job as a security professional, eventually you will come into contact with some information asset that is of sufficient value for a highly motivated criminal to threaten your life and limbs (or your loved ones’ lives and limbs) to access it. If your job doesn’t include access to information that valuable, then you might want to ponder just what it is you do. (…)«

(Securology:
Information Security Practitioners Should Own a Gun)

Wie wertvoll sind wir als Sicherheitsexperten eigentlich mit unserem Wissen und unseren Fähigkeiten und Berechtigungen? Wie gut müssen wir uns selbst schützen und mit welchen Mitteln? Ich habe zwar Zweifel daran, ob eine Knarre in Reichweite was bringt, aber die Frage finde ich gut. Vor allem auch den letzten Teil. Sind wir so wichtig, wie wir uns machen?