Sicherheitsmetriken

December 21, 2009

Waldarbeitern passiert offensichtlich oft genug etwas, dass man Sicherheitsmetriken auf die Unfallstatistik stützen kann:

»Über die Platzierung beim Wettbewerb in Sachen Unfallsicherheit entschieden zudem die Zahl der Unfälle pro geernteten Festmeter Holz und die meldepflichtigen Unfälle pro Arbeitsstunde.«

(Echo Online: Im Darmstädter Forst hat Leichtsinn keinen Platz)

Und noch etwas haben sie uns voraus, sie wissen, was sie zählen müssen. Echte Unfälle nämlich, und keine Hilfe-der-Rüsselkäfer-greift-uns-an-Alerts aus halbgaren Sicherheitstheaterwerkzeugen.


No risk, no fun?

December 15, 2009

Amerika überleben

December 2, 2009

USA-Erklärer Scot W. Stevenson widmet sich heute den viefältigen Gefahren, die in der nordamerikanischen Natur auf arglose Touristen warten:

»Es sind die „kleineren“ Gefahren, mit denen die Europäer schlechter zurecht kommen, angefangen mit einem Mangel an Respekt vor den diversen Giftspinnen (darunter die sechsäugige Brown Recluse Spider und die Schwarze Witwe).«

(USA Erklärt: Böse Pflanzen und gefährliche Tiere)

Es geht dann weiter mit Würmern, Pflanzen und Killerbienen.


Wer das liest …

November 24, 2009

Dieses Warnschild würde ich sofort einführen, wenn ich Verkehrsminister wäre.


Beruhigend

November 12, 2009

Durchsage im ICE 726, als der Zug nach wiederholten Zwangsbremsungen wieder einmal auf freier Strecke herumstand:

»Es besteht kein Grund zur Besorgnis, die Bremsen funktionieren.«


Dass ich das noch erleben darf!

November 12, 2009

Ein ausgewogener Artikel über Helme beim Radfahren in einem Mainstreammedium. Damit hätte ich nicht gerechnet.


Gefährliche Rollbretter überleben

November 12, 2009

In diesem Kontext habe nicht einmal ich etwas gegen eine Helmempfehlung, zumal das gezeigte Material der Namen tatsächlich verdient:

(Videolink, via Nightline)

Warum? Weil wir hier ein vernünftiges Gesamtkonzept präsentiert bekommen, von einer Risikoanalyse bis zum Falltraining. Nur eines habe ich zu bemängeln: Der Kopf ist keineswegs der wichtigste Körperteil. Wollte man den Schutzbedarf von Kröperteilen von ihrer Wichtigkeit ableiten — in der IT-Sicherheit übrigens ein beliebter Ersatz für Risikoschätzungen –, so müsste man zweifellos zum Beispiel wesentliche Teile des Blutkreislaufes für gleichermaßen wichtig halten.


Kragen geplatzt

November 6, 2009

Ein überfälliger Flame an alle:

»Einzelne Todesfälle werden in der Presse geradezu zelebriert. Graphiken mit steil aufragenden Kurven signalisieren höchste Gefahr und zeigen, dass wir am Rande des Abgrunds stehen.Für Sammler von Beispielen, wie man Zahlen nicht interpretieren sollte, herrschen goldene Zeiten. Alles, wovor man Erstsemester warnt, wird geboten.

(…)

Fehlendes Wissen bedeutet Unsicherheit. Das scheint als Einladung verstanden zu werden, mit auf Glauben beruhenden Aussagen für Sicherheit zu sorgen. Zahlen und objektive Risikoabschätzungen sucht man oft vergeblich. Das könnte akzeptiert werden, wenn der Glauben als solcher deklariert und nicht als Wissensmogelpackung präsentiert würde.

(…)

Wie ein roter Faden zieht sich die Abneigung gegenüber Zahlen durch Berichte. Ein Grund mag die schlechte Datenlage sein, aber auch vorhandene werden ignoriert. Die gegenwärtig besten stammen von der Südhalbkugel. Erfahrungen und Zahlen des dort fast beendeten Winters geben keinen Anlass für Katastrophenszenarien.

(…)

Das diffuse Bild ist natürliche Folge der objektiven Unsicherheit. Verwerflich ist, dass diese Unsicherheit nicht als solche deklariert wird, sondern durch Ignoranz ein Bild von Sicherheit erzeugt wird, das mit der Realität nichts zu tun hat. Die gesellschaftliche Unfähigkeit, mit Risiken rational umzugehen, ist erschreckend.«

(sueddeutsche.de: Kranke Zahlenspiele)


Prioritäten

November 3, 2009

Ich hoffe doch sehr, dass hier nur ein Journalist etwas in den falschen Hals bekommen hat:

»Die Abkehr vom Propeller hatte allerdings noch ein anderes, verstecktes Motiv, einen Grundsatz der Luftfahrt: lieber einen bewährt ausfallsicheren Motor als eine zwar effiziente, aber weniger erprobte Konstruktion. Bislang lief deshalb alles in die Richtung, dass der Passagier, der Mensch, wichtiger ist als der Eisbär. Lieber ein paar Tonnen Kerosin mehr verfeuern, das aber zuverlässig. Das ist jetzt nicht mehr zu halten.«

(welt.de: Die triumphale Rückkehr des Propeller-Antriebs, Hervorhebungen von mir)

 


Unterschätzte Risiken: Impfkampagnen

November 1, 2009

Das ist doch mal eine schöne Theorie:

»Dann aber berichtet der Teamleiter von einer überraschenden Beobachtung: In China und anderen Ländern, wo sich die neue Variante des Virustyps H1N1 ausbreite, „gehen die Befunde mit H3N2 gleichzeitig schnell nach unten“, sagt er. Die Kollegen merken auf. Heißt das, die neuen Viren, Verursacher der weltweit verbreiteten Schweinegrippe, verdrängen die bisherigen, saisonalen Grippeviren, weil sie im Körper ihrer Wirte um den gleichen Platz konkurrieren? Werden damit die „pathogeneren“ Viren ausgerottet, diejenigen also, die mehr schwere Erkrankungen und Todesfälle verursachen?«

(Tagesspiegel: Schweinegrippe: Höchste Warnstufe)

Ob so etwas medizinisch plausibel ist, kann ich nicht beurteilen, und es interessiert mich auch nicht besonders. Viel interessanter ist nämlich der Aspekt der Risikomanagements. Wenn so ein Verdrängungseffekt prinzipiell möglich ist, er aber erst nach einer größeren Zahl beobachteter Fälle nachweisbar wird, worauf stütze ich dann a priori meine Risikoschätzung? Wieviel Willkür, wieviel Faustregel und wieviel Cargo-Kult steckt eigentlich in einer Impfempfehlung?


Richtig stolpern

October 27, 2009

Use the stairs safely, London Tube

Use the stairs safely, London Tube


Neulich in der Zone

October 10, 2009

Leipzig: Teilnehmer gesucht für Schweinegrippe-Impfstudie

Auf der Website des Veranstalters heißt es, man erhalte eine Aufwandsentschädigung für Fahrtkosten. Was die Frage aufwirft, welche Motivation es für Eltern geben könnte, ihre Wänsdr zur Verfügung zu stellen.


Unterschätzte Risiken: Mallorca

September 16, 2009

Was die Frankfurter Rundschau berichtet, ist bis zur nächsten Badesaison sicher wieder vergessen:

»Innerhalb von rund zwei Wochen sind auf der Ferieninsel elf Menschen beim Schwimmen oder Tauchen im Meer ums Leben gekommen – acht der Opfer waren deutsche Touristen.«

(Frankfurter Rundschau: Badeunfälle: Tod vor Mallorca)

Alles übers Ertrinken erfahren Sie unter www.blausand.de. Insgesamt kommen jedes Jahr einige Hundert Deutsche bei Badeunfällen ums Leben.


Production-safe Testing

September 1, 2009

[See only posts in English]

Software testers increasingly have to deal with production systems. Some tests make sense only with production systems, such as Nessus-style vulnerability scanning. And an increasing number of systems is hard to reproduce in a test bed as the system is really a mashup of services, sharing infrastructure with other systems on various levels of abstraction.

Testing production systems imposes an additional requirement upon the tester, production safety. Testing is production-safe if it does not cause undesired side-effects for the users of the tested or any other system. Potential side effects are manifold: denial of service, information disclosure, real-world effects caused by test inputs, or alteration of production data, to name just a few. Testers of production systems therefore must take precautions to limit the risks of their testing.

Unfortunately it is not yet very clear what this means in practice. Jeremiah Grossman unwittingly started a discussion when he made production-saftey a criterion in his comparison of Website vulnerability assessment vendors. Yesterday he followed up on this matter with a questionnaire, which is supposed to help vendors and their clients to discuss production-safety.

The time is just right to point to our own contribution to this discussion. We felt a lack of documented best practice for production-safe testing, so we documented what we learned over a few years of security testing. The result is a short paper, which my colleague and co-author Jörn is going to present this weekend at the TAIC PART 2009 conference: Testing Production Systems Safely: Common Precautions in Penetration Testing. In this paper we tried to generalize our solutions to the safety problems we encountered.

The issue is also being discussed in the cloud computing community, but their starting point is slightly different. Service providers might want to ban activities such as automated scanning, and deploy technical and legal measures to enforce such a ban. They have good reason to do so, but their users may have equally good reason to do security testing. One proposal being discussed is a ScanAuth API to separate legitimate from rogue scans. Such an API will, however, only solve the formal part of the problem. Legitimate testing still needs to be production-safe.


Car-Security

August 28, 2009

Yesterday I visited the CAST-Workshop on mobile security for intelligent cars, which ended with a very interesting discussion that illustrated the complexity of the problem and raised many interesting questions. First the speakers gave a good overview over the main research areas and important projects like Evita or SIM-TD, which is said to be the biggest field test world wide, that focusses on car-2-x-communication. Everybody agreed on the main distinctions (Safety vs. Security; in-car communication, car2car communication, etc.) and privacy issues were the main topic. As Frank Kargl  from the University of Ulm pointed out, the car has a strong connection to its owner and its movements might tell a lot about the individual. Already privacy concerns have entered the car world, because navigation tools send home gps information and companies like Tom Tom generate a large data collection.

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Zur nächsten Helmdiskussion …

August 27, 2009

… bitte hier entlang.

P.S.: Einer der Beteiligten dort hat diese schöne Sammlung zerbröselter Helme ausgegraben. Haben mich durchlöcherte Hosen vor abben Beinen bewahrt?


How Effective Are Child Car Seats?

July 16, 2009

Steven Levitt, after looking at a vast amount of accident data, is convinced that child car seats are pretty useless for children of ages >2. His TED talk teaches important lessons on how we think about safety equipment.

(direct link)

Many thanks to reader Doppelfish for digging this video out.


Don’t worry!

July 10, 2009

Boeing 777 wing load test:

(direct link)


IT-Security in der Autsch-Zone

July 3, 2009

Unterschätzte Risiken: Wahlkämpfe

June 8, 2009

Der HR berichtet:

»Ein Rollerfahrer ist am Sonntagabend in Giessen durch ein Wahlplakat verletzt worden.
Das 100 mal 50 Zentimeter große Plakat hatte sich wegen starker Windböen aus seiner Halterung gelöst und wurde direkt vor den fahrenden Pizzaboten geweht.«

Sie danken uns die Kreuze nicht.


Unterschätzte Risiken: Laborarbeit

June 1, 2009

Wir Informatiker haben es einfach. Ein Labor ist für uns meistens ein Stück Netz mit ein paar Rechnern dran, oder heute oft nur noch ein einziger Rechner mit ein paar virtuellen Maschinen drauf. Viel kann da nicht passieren.

In einem klassischen Labor ist das anders. Da gibt es Chemikalien,  Druckbehälter, Krankheitserreger, Strahlung, Elektrizität, Maschinen, Tiere und was man sonst noch braucht, wenn man sich um einen Darwin Award bewirbt.

Die American Industrial Hygiene Association (AIHA) hat einen Leitfaden mit vielen Beispielen zusammengestellt. Eine Kostprobe:

Don’t Store Dry Ice in Walk-in Refrigerators

Walk-in refrigerators (or “cold boxes”) typically recirculate the chilled air in their interiors, so storing volatile materials in them can pose special hazards—any gases or vapors may concentrate inside over time.

Recently on the X Campus, a walk-in refrigerator was used to store dry ice. (…)  The dry ice, of course, gave off carbon dioxide (CO2) gas as it sublimed, causing the refrigerator to build up CO2 levels of 12,000 parts per million (ppm)!

Zu einigen der beschriebenen Fälle gibt es auch Fotos.


In einem Wort (Doppelausgabe)

May 13, 2009

Unterschätzte Risiken: Laptops

April 21, 2009

»A Canadian woman driving a small car was involved in a car crash. Investigators found that she likely would have survived if not for her laptop, which had been placed unsecured in the back seat and which flew forward and hit her in the back of the head.«

(The Risks Digest Volume 25: Issue 64)