Re: Offener Brief zu DNA-Analysen in der Forensik

Mahnungen vor dräuenden Gefahren verkaufen sich immer, sind doch vorhergesagte Probleme nie auszuschließen, ohne dass man ein Risiko eingeht und etwas ausprobiert. So lässt sich beliebig lange spekulieren, was alles passieren könnte, wenn man täte, was man wegen der Risiken besser bleiben ließe. Als neuester Gegenstand solcher „kritischen“ Betrachtungen bietet sich die Forderung nach einer Ausweitung der zulässigen DNA-Analysen in der Polizeiarbeit an. Folgerichtig haben Sozialwissenschaftler einen Offenen Brief zu DNA-Analysen in der Forensik verfasst der zur Vorsicht mahnt und seine Autorinnen als unverzichtbare Expertinnen anbietet. Der Tenor: Erweiterte DNA-Analysen seien viel zu kompliziert als dass man einfache Polizisten unbegleitet mit ihren Ergebnissen arbeiten lassen dürfe. Am Ende steht wenig mehr als die Schlussfolgerung, dass es zu Fehlern kommen könne. Dies jedoch ist eine banale Aussage: Fehler sind in der Polizeiarbeit Alltag und das System aus Gesetzgebung, Polizei und Justiz kann damit gut umgehen. Selbstverständlich muss man die Auswirkungen neuer Methoden betrachten, aber zur Panik gibt es keinen Anlass. Unser Rechtsstaat irrt sich recht zuverlässig zugunsten der Verdächtigen und die Forensiker wissen selbst ganz gut, wo die Grenzen der verschiedenen Analyseverfahren liegen. Unschätzbare Risiken können wir jeder Technik unterstellen, das hilft nur niemandem.

 

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