Tag Archives: Kinder

Kindernet

Gut, dass das mal jemand sagt:

„Die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder in Deutschland mit Sex und anderen jugendgefährdenden Inhalten ist im Internet konfrontiert werden, ist geringer als im Fernsehen oder bei DVD.“

(Welt Online:
Kinder im Netz: Die Internet-Risiken werden maßlos übertrieben
)

Offen bleibt, warum alle immer zuerst an Sex denken, wenn von Jugendgefährdung die Rede ist.

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Prüfsiegel-PR

Ein Meisterstück der PR. Der TÜV Rheinland erklärt uns semantische Haarspaltereien, bietet sich als Wegweiser durch die unübersichtliche Welt der Schwimmhilfen an und lässt jede Verantwortung doch bei den Eltern. Das alles in einer einzigen Pressemitteilung mit dem Titel Schwimmlernhilfen sind kein Spielzeug, deren Zusammenfassung lautet:

»Kein Schutz vor dem Ertrinken / Kinder immer beaufsichtigen / Auf Kennzeichnung mit richtiger Norm EN 13138-1 achten / GS-Zeichen gibt mehr Sicherheit«

Darin klärt uns der TÜV über den Unterschied zwischen Schwimmhilfen und Schwimmlernhilfen auf, die nach unterschiedlichen Normen bewertet werden, die Schwimmhilfen nach EN 71 und die Schwimmlernhilfen nach EN 13138-1. Was das genau bedeutet, soll uns nicht interessieren und wird auch nicht aufgeführt; wichtig ist, dass wir aufs TÜV-Siegel achten. Wenn Eltern alles richtig gemacht haben, ändert sich im Freibadalltag für sie – gar nichts, denn Verantwortung möchte der TÜV lieber nicht übernehmen:

»Trotz Schwimmlernhilfe gilt jedoch: Kinder nie ohne Aufsicht ins Wasser lassen. Am besten halten sich die Erwachsenen nicht weiter als eine Armlänge entfernt auf, um im Notfall sofort eingreifen zu können.«

Unter diesen Umständen könnte man dem Kind statt einer Schwimm(lern)hilfe auch ein Wasserspielzeug in die Hand geben, dessen ausgezeichneten Spielwert der TÜV zertifiziert hat.

Überraschend

Angst ums Kind? Das ist oft Angst vor Unfällen, von der sich Eltern einschüchtern lassen. Die Realität:

»Krankheiten sind die häufigste Ursache von Schwerbehinderungen. Unfälle spielen dagegen keine Rolle. Nur 0,45 Prozent der schwerbehinderten Kinder und Jugendlichen haben sich ihre Beeinträchtigung bei einem Unfall zugezogen.«

(Finanztest 1/2010, S. 60)

Noch ein Grund, sich von Fahrradhelmen nicht zu viel Schutz zu erhoffen.

Unterschätzte Risiken: Killerspiele

Wer solche Dienstleister beschäftigt (und kein Backup hat), der braucht keine Feinde mehr:

»Er hatte seinen Sohn mit zu einem Firmenkunden genommen. Während der Verurteilte seiner Arbeit nachging, machte sich sein Sohn an einem Kundenrechner zu schaffen und löschte dabei beim Versuch ein Computerspiel zu installieren, versehentlich wichtige Datenbestände.«

(Blog zur IT-Sicherheit: Sind Ihre Daten wirklich sicher?)

Security Awarenes bei den Shuar-Indianern

Kind mit Machete
So mancher Mutter würde bei diesem Bild wohl das Blut in den Adern gefrieren. Die Machete in der Hand des Kindes ist ziemlich scharf und etwa so lang wie der Sprössling selbst. Bei den Shuar-Indianern im ecuadorianischen Regenwald gehört so ein Bild allerdings zum ganz normalen Alltag. Hier fördert man Security Awareness von Kindesbeinen auf. Dieses Mädchen, das gerade ein Jahr und drei Monate alt ist, lernt schon sehr früh mit Gefahren umzugehen. Hierzulande würde man dagegen eher einen Dschungelparagraphen erfinden, der bereits den Besitz von Macheten unter Strafe stellt.

Das Bild stammt übrigens von der Webseite meiner Schwester, die einige Zeit bei den Shuar gelebt hat. Zusammen mit den Shuar hat sie ein wie ich finde sehr unterstützenswertes Projekt gestartet, mit dem 8 jungen Shuar ein Studium an der Universität in Quito ermöglicht werden soll. Vielleicht gibt es ja in Zukunft aus Quito neue Forschungsergebnisse im Bereich Security Awareness, von denen auch das Bundesjustizministerium profitieren kann.